Ein Schrein für den Nördlichen Kaiser

Foshans Zumiao, der Ahnentempel, ist Beidi gewidmet: dem daoistischen Nördlichen Kaiser, auch Zhenwu genannt. Seine Gründung fällt in die Yuanfeng-Zeit der Nördlichen Song-Dynastie, zwischen 1078 und 1085. Diese Widmung gibt dem Tempel eine klar umrissene religiöse Identität innerhalb des viel größeren Gebäudekomplexes, der heute als Museum verwaltet wird.

Neujahrsgebete und die Feier von Beidis Geburtstag am dritten Tag des dritten Mondmonats verbinden den Schrein mit einem wiederkehrenden Kalender. Gebäude und Zeremonien tragen unterschiedliche Teile seiner Geschichte: Das eine bewahrt den Raum, das andere bringt Menschen zurück, um ihn zu nutzen.

Verschiedene Aufgaben in einem Areal

Ein 1911 erbauter Konfuzius-Tempel steht innerhalb des Museumsareals neben Gedenkhallen für Huang Feihong und Ip Man. Lernen, Erinnerung an Kampfkünste und religiöse Verehrung haben damit eigene Orte innerhalb des größeren Komplexes.

Das Museum organisiert außerdem Aufführungen kantonesischer Oper und des Löwentanzes sowie Zeremonien für den ersten Schreibunterricht von Kindern. Diese Veranstaltungen bringen verschiedene Formen von Bewegung, Klang und gemeinschaftlichem Zusammensein in das Areal. Beidi bleibt die Widmung des alten Tempels; die umliegenden Räume eröffnen weitere Kapitel des kulturellen Lebens in Foshan.

Namen auf bronzenen Opfergefäßen

Zur Sammlung gehört ein Satz aus fünf bronzenen Opfergefäßen der Qing-Zeit unter Kaiser Jiaqing: ein Räuchergefäß, zwei Leuchter und zwei Blumenvasen. Das Räuchergefäß zeigt Szenen mit den Acht Unsterblichen und anderen glückverheißenden Motiven. Auf seiner Oberfläche sind auch Namen von Geschäften erhalten.

Diese Inschriften verbinden Ritualobjekte mit dem Gießereigewerbe in Guangzhou und Foshan. Neben der langen Geschichte des Schreins und den öffentlichen Aktivitäten des Museums zeigt der Satz eine kleinere Maßstabsebene: Objekte wurden in den Städten gefertigt, gekennzeichnet und verziert. Zur Geschichte eines Tempels gehört auch die Arbeit seiner Handwerker.