Das Bild einer Stadt Wenchang mit einer Meile Kokospalmen ist für die vorhandenen Belege zu einfach. Ein Bericht der Landwirtschaftsbehörde Hainans von 2026 zitiert den Leiter des Stadtamts vom 12. Januar: etwa 280.000 Mu in allen 17 Gemeinden und eine Jahresproduktion von mehr als 200 Millionen Nüssen. Zusammenhängende Haine in Dongjiao und Huiwen umfassen demnach 49.600 beziehungsweise 31.500 Mu. Das beschreibt eine verstreute Produktionslandschaft, keine Feststraße. Der Hain beginnt dort, wo Haushalte, Felder und Verarbeitung zusammenkommen.
Aus dem Journal
Unter der Kokospalmenkrone: Haine, Böden und Gänse
Eine Feldgeschichte über Wenchangs bewirtschaftete Kokoslandschaft, von der Größe der Haine bis zum messbaren Leben unter jungen Palmen.
In derselben Stadt · Wenchang ↗Ein Hain ist keine einzelne Allee
An der Bodenlinie ändert sich der Blick
Eine Untersuchung von 2022 macht die Landschaft anhand von Proben aus den obersten 20 Zentimetern des Obstgartenbodens lesbar. In der Tabelle stehen Moon Bay, das Kokosforschungsinstitut und Wengtian als Probenorte; jeweils wurde Wenye Nr. 3 mit 270 Bäumen pro Hektar angegeben. Die Autoren fanden in Küstenproben, besonders in Wenchang, weniger organische Substanz sowie Stickstoff, Phosphor und Kalium. Das Ergebnis gilt für bestimmte Proben und nicht pauschal für alle Haine. Dennoch verschiebt es die Frage: Was kann der Boden unter der vertrauten Krone halten, und was muss der Anbau zurückgeben?
112 Gänse in einer jungen Plantage
An einer Station des Kokosforschungsinstituts in Wenchang wurde in einem eigenen Versuch eine einjährige Pflanzung von Wenye Nr. 4 untersucht. Die Fläche maß etwa 200 mal 150 Meter, die Palmen standen in Doppelreihen; ab April 2021 weideten dort 112 einen Monat alte Gänse. Das Wasser bestimmte das Versuchsdesign: Die Tiere kehrten zu einem Teich zurück, weshalb der Weidedruck am Wasser stärker und weiter entfernt geringer war. Die Forschenden teilten die Fläche nach Entfernung ein und kehrten im April 2022 zurück, um Pflanzen in Ein-Meter-Quadraten zu erfassen und Bodenproben aus vier Tiefen zu sammeln. Das ist keine alte Dorftradition, sondern ein Agrarversuch über den Unterwuchs, den Besucher leicht übersehen.
Ein Versuchsergebnis ist kein allgemeines Rezept
Die Studie stellte bei mäßiger und starker Beweidung eine höhere gemessene Pflanzenvielfalt und Shannon-Diversität fest als in der unbeweideten Kontrollfläche. Das Ergebnis gilt für diese junge Plantage, die Gänse, die Wasserverteilung und das Versuchsdesign. Die Autoren empfehlen weitere quantitative Versuche, bevor sich allgemeine Schlüsse zum Unterwuchsmanagement ziehen lassen. Zusammen mit Bodenstudie und datierter Flächenschätzung ergibt sich ein bodenständigeres Bild der Kokoslandschaft: kein Postkartenmotiv aus Palmenreihen, sondern ein Agrarraum, in dem Ernte, Boden und Unterwuchs gleichermaßen zählen.