Die geheimnisvollen Grotten von Huashan liegen in der Stadt Huangshan, nicht in Ma’anshan. Ein Bericht des Kulturministeriums verortet sie östlich des Stadtzentrums in Hügeln am Südufer des Flusses Xin’an. Früher seien sie als Grottengruppe des alten Huizhou bekannt gewesen. Die Lage ist wichtig: Die Kammern gehören zur Landschaft des Xin’an und der historischen Region Huizhou, bleiben aber eine eigene archäologische Stätte und sind nicht mit dem Berg Huangshan gleichzusetzen.
Aus dem Journal
Grotten von Huashan: Kammern ohne geklärte Geschichte
Von Menschen ausgehauene Kammern östlich der Stadt Huangshan belegen großen Arbeitsaufwand; Datierung, Zweck und Urheber bleiben offen.
In derselben Stadt · Huangshan ↗Östlich der Stadt Huangshan
In den Fels gehauen, keine Naturhöhle
Der Bericht von 2005 beschreibt die Grotten als von Menschen ausgehauen, nicht als natürliche Höhlen. Bis dahin seien 36 Kammern entdeckt und ein archäologisches Gebiet von 7 Quadratkilometern erfasst worden. Die datierte Zahl vermittelt das Ausmaß der Entdeckung: Menschen trugen Gestein im Inneren der Hügel ab und hinterließen Räume, deren Formen und Verteilung weiterhin Fragen aufwerfen.
Was der Bericht offenlässt
Der Bericht von 2005 erwähnt Gegenstände, die Fachleute für eine Datierung in die Westliche Jin-Zeit heranzogen. Zugleich führt er Fragen auf, die damals offen waren: Wann wurden die Kammern ausgehauen, wozu dienten sie, wohin gelangte das Gestein, wie lange dauerten die Arbeiten und wer führte sie aus? Der vorgeschlagene Zeitraum steht neben diesen ungelösten Punkten. Gerade darin liegt die Faszination: Das Ausmaß ist sichtbar, Urheber und Zweck dagegen nicht.
Arbeit ohne Namen
Laut Darstellung des Ministeriums erklärte keine historische Quelle ein derart großes Vorhaben im kulturellen Zentrum Xin’an. Die ausgehauenen Kammern bewahren Spuren der Arbeit, aber nicht die Namen der Menschen, die sie schufen. Ihr Umfang regt Fragen nach Organisation und Zweck an. Der Bericht von 2005 lässt sie offen, statt der Stätte eine militärische, religiöse oder häusliche Funktion zuzuschreiben.